Zwei Herzensbrecher auf Besuch

Freundschaften muss man pflegen. Und das am besten mit Streicheleinheiten. So wie das Eduard-Kuhlo-Heim und der Wittekindshof, die seit 13 Jahren eine innige Beziehung  zueinander führen. Alle zwei Wochen treffen sich die Bewohner beider Häuser an der Weihestraße. Beim letzten Mal sorgten zwei kuschelweiche Herzensbrecher dafür, dass sich jeder Gast pudelwohl fühlt.

In einem Bastkorb serviert Hans Vahle Rufus und Mattis Körnerkekse als Leckerbissen. Darüber freuen sich nicht nur die Gäste, sondern auch Markus Schütte (links im Bild).

Schon lange verbindet eine Brücke das Eduard-Kuhlo-Heim mit dem Standort des Wittekindshofes an der Weihestraße. Und das gleich im doppelten Sinn. „Integration funktioniert nur, wenn man Brücken schlägt und sich gegenseitig besucht“, weiß Heike Grabenhorst. Und deshalb macht sich die Leiterin des Eduard-Kuhlo-Heims auch besonders stark dafür, dass gegenseitige Treffen die Bewohner beider Häuser miteinander verbinden. Vier Jahre ist es her, dass im Eduard-Kuhlo-Heim ein halbes Jahr beim Freitagsgottesdienst gesammelt und dann die gesamte Kollekte dem Verein „Mensch und Natur“ zur Verfügung gestellt wurde. Und zwar als Grundstock für die Errichtung eines Alpaka-Geheges. Die treuen Vierbeiner unterstützen in der Naturgruppe des Wittekindshofes die Tagesstrukturierenden Angebote für Menschen mit Behinderung. 

Davon profitieren auch Rufus und Mattis. Die beiden Alpakas sind bei den Zweibeinern nicht nur wegen ihres ruhigen und friedlichen Charakters beliebt, sondern auch wegen ihres seidenweichen Fells, das sich wunderbar streicheln lässt. Mit großen schwarzen Kulleraugen schauen die beiden Wiederkäuer neugierig in die Runde, als sie von Markus Schütte und Heike Rose-Lange mitten hinein in die gesellige Runde auf der Sommerterrasse an der Weihestraße geführt werden. Die beiden Sozialpädagogen, die im Wittekindshof für die Tagesstrukturierenden Angebote zuständig sind, müssen die Alpakas nicht erst lange bitten, damit sie  gemächlich auf die Besucherrunde zugehen.

Als Hans Vahle eine Schale mit Körnerkeksen in die Höhe hält, heben die beiden Kamele aufmerksam ihre Wuschelköpfe und traben mit ihren schlanken Beinen auf den Bewohner des Eduard-Kuhlo-Heimes zu. Mitten hinein in die Besucherrunde,  die die Gelegenheit nutzt, um den beiden Herzensbrechern zwischen einem Glas selbstgemachtem Holunderblütensaft und einer gegrillten Bratwurst ausgiebig das seidige Fell zu kraulen. 

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