Damit aus Fremden Freunde werden

Bad Oeynhausen. Arin Hussein war 16 Jahre alt, als sie allein aus Syrien nach Deutschland kam und in Bad Oeynhausen eine neue Heimat fand. Das war vor zwei Jahren und inzwischen spricht die junge Frau ein nahezu perfektes Deutsch. Beim Frühlingsfest der Diakonie im Dietrich-Bonhoeffer-Haus hatte Arin Hussein einmal wieder Gelegenheit, sich in ihrer Muttersprache zu unterhalten. Denn die meisten Flüchtlinge, die zu dem Fest kamen, stammen aus ihrem Heimatland.

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Ein Frühlingsfest für Flüchtlinge? Da musste Sargis Arakelyan nicht lange überlegen und sagte sofort zu. Am Klavier setzt der aus Armenien stammende Komponist wahre Glanzlichter in das Unterhaltungsprogramm, das die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Diakonie vorbereitet haben. Lange überlegen mussten auch die drei Bäckereien Seeger, Brante und Schürmann nicht und spendeten ein weiteres Mal den Kuchen, der durch Fladenbrot, Käse und Dips ergänzt wird, die die guten Geister aus der Diakonie mitgebracht haben.

Die haben alle Hände voll zu tun. Denn die 80 Stühle, die sie im großen Saal aufgestellt haben, sind innerhalb von wenigen Minuten besetzt und müssen immer weiter aufgestockt werden, bis jeder der rund 120 Gäste einen Sitzplatz gefunden hat. Der Erfolg beim Weihnachtsfest für Flüchtlinge im vergangenen Jahr unter dem Motto „Damit aus Fremden Freunde werden" hatte das Team der Helfer aus den Reihen der Diakonie so überwältigt, dass sie spontan eine Wiederholung planten und damit in der Kirchengemeinde Altstadt auf offene Ohren stießen, erzählt Mit-Organisatorin Hella Schirocky. Denn: „Wenn Integration gelingen soll, dann müssen die neuen Bürger uns kennenlernen können und wir sie", ist sich die ehemalige Buchhändlerin sicher.

Besonders gefragt an diesem Nachmittag sind Natalie Mantai und Sebastian Schmale, die seit Januar im Diakonischen Werk Flüchtlinge beraten. „Viele von ihnen kommen heute Nachmittag mit ganz alltäglichen Problemen zu mir, etwa weil sie auf der Suche nach einem geeigneten Sprachkurs sind", sagt Schmale. Den braucht Arin Hussein nicht mehr. Sobald sie demnächst die Schule abgeschlossen hat, möchte sie studieren. „Und dann einen Job finden", sagt die junge Frau. Tagtäglich informiert sie sich über die Zustände in dem Land, das sie verlassen musste, in den Medien. „Das ist eine Katastrophe und ganz schlimm für die Menschen, die dort leben müssen", weiß Arin Hussein ganz genau.

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