Das Phänomen Demenz verstehen

14 Teilnehmerinnen in einer Informationsreihe des Diakonischen Werkes geschult

Manchmal genügt schon eine Kleinigkeit und Berta Kühn fährt aus der Haut. Dann wiederum sieht die betagte Dame etwas, was in Wirklichkeit gar nicht da ist. Oder vergisst von einer auf die andere Minute, wo sie sich befindet. An Demenz erkrankte Menschen leiden häufig an schweren Verhaltensauffälligkeiten. Wie man als pflegender Angehöriger am besten damit umgeht, erfuhren jetzt die Teilnehmer der Informationsreihe „Mit Vergesslichkeit und Altersverwirrtheit umgehen“. Fachleute aus dem Diakonischen Werk beleuchteten in zehn Modulen das Thema Demenz von allen Seiten.

14 pflegende Angehörige möchten mehr erfahren über die Krankheit, an der bereits mehr als 1,3 Millionen Bundesbürger leiden. Meist ist eines ihrer Familienmitglieder von dem unheilbaren Gedächtnisschwund betroffen. In der Informationsreihe setzen sie sich intensiv mit den Hintergründen, Besonderheiten und den Unterstützungsmöglichkeiten auseinander. Als erstes geht es um das Krankheitsbild selbst, um die Prozesse im Gehirn eines an Demenz Erkrankten und die Folgen des Gedächtnisabbaus. "Nur so kann man sich in einen Betroffenen einfühlen und ihm wertschätzend begegnen“, weiß Renate Mantey-Tunnat, im Diakonischen Werk zusammen mit Susanne Fartak für den Demenzfachdienst zuständig.

Haben gelernt, mit Vergesslichkeit und Altersverwirrtheit umzugehen: Die Teilnehmerinnen der Informationsreihe zum Thema Demenz im Diakonischen Werk.Tipps, wie man am besten mit speziellen Verhaltensänderungen umgeht, bereichern die Informationsreihe genauso wie Hinweise zur rechtlichen Betreuung, zu den Unterstützungsangeboten und Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Pflege von an Demenz Erkrankten und nützliche Hilfsmittel gehören zum Unterrichtsstoff. Ganz wichtig ist auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen: „Die Selbstpflege ist ein ganz großes Thema. Wer sich nicht selbst pflegt, kann auch andere nicht pflegen“, hat Renate Mantey-Tunnat immer wieder beobachtet.

Beim Rückblick am Ende des Kurses stand für die Teilnehmerinnen fest: „Davon haben wir sehr profitiert“. Eine von ihnen ist Barbara Oesker. Die pflegende Angehörige hätte zu Beginn der Informationsreihe keine großen Erwartungen an den Kurs gehabt, sagt sie. Und erntet Zustimmung von ihren Kolleginnen. Vom Informationsgehalt der Informationsreihe ist die Teilnehmerin angenehm überrascht. Und mehr noch: „Das war nicht nur eine sehr homogene Gruppe, sondern auch eine tolle Atmosphäre und ein wertschätzender Umgang miteinander“, lobt Barbara Oesker das „Betriebsklima“.

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